Sonntagsfrühstück, 2.Februar

Einen wunderschönen guten Morgen!

Viele Dinge und Erlebnisse aus unserer Kindheit haben wir mit der Zeit vergessen oder die Erinnerung daran sind stark verblasst. Andere Dinge haben uns so lange begleitet und geprägt, dass wir uns wahrscheinlich noch bis an unser Lebensende daran erinnern, auch wenn es sie in dieser Form leider nicht mehr gibt. Viele Gegenstände die früher selbstverständlich waren und zum Alltag gehörten, sind im Laufe der Jahre verschwunden. Oft heißt es ja, früher war alles besser und das mag vereinzelt auch stimmen. Doch alleine die Erinnerung, in der Telefonzelle nicht genügend Kleingeld eingesteckt zu haben, der Kabelsalat in der kaputten Lieblingskassette oder der laut tickende Wecker am Nachtisch, ist nicht Wert in Nostalgie zu schwelgen.

 

 

Telefonzellen lassen vor allem die ältere Generation wehmütig werden. Stunden konnte man in der Telefonzelle verbringen, plaudern oder auch einmal das Gewitter und den Regen abwarten. Telefonzellen waren wahre Festungen, meist total verdreckt, doch dort war man sicher. Direkt vom Aussterben sind sie zwar nicht bedroht, aber in den vergangenen Jahren immer mehr aus dem Straßenbild verschwunden und ich glaube – ganz sicher bin ich mir nicht, dass es in unserer Gemeinde keine Telefonzelle mehr gibt. Letzte Woche habe ich alte Urlaubsbilder gesucht und aus dem Album sind Negativstreifen herausgefallen. Wisst ihr noch, wie spannend es war einen 36er-Film zum Entwickeln zu bringen und man nicht wusste, was alles drauf ist und dann das bange Hoffen, ob die Bilder verwackelt und ob sie überhaupt brauchbar sind.

Kennt ihr noch einen Haushalt mit einem Teppichklopfer? Dabei war das Ding früher, gerade zum Frühjahrsputz unentbehrlich. Bei schönem Wetter rückte die Hausfrau ihrem Teppich zu Leibe, warf ihn über die Teppichstange um den Teppich mit Leibeskräften zu bearbeiten. Je nach Größe des Teppichs ein zeitaufwändiges und sehr anstrengendes Unterfangen. Mit Erfindung des Staubsaugers hat das Teil seine Bedeutung verloren, ausgestorben ist der Teppichklopfer nicht, man kann ihn – auch im Internet bestellen. Auch der Fernseher hat eine eindrucksvolle Entwicklung hinter sich. Ich kann mich noch gut an die Kindersendungen erinnern, die damals noch in schwarz/weiß ausgestrahlt wurden. Dann kam Farbe ins Spiel, der Röhrenfernseher musste weichen, LCD und Plasmageräte kamen in das Wohnzimmer. Die Deutschen lieben ihre Flimmerkiste und in fast jedem Haushalt steht mindestens ein Fernseher. Trotz Internet schaue ich noch gerne und habe besonders bei den öffentlich-rechtlichen Sendern meine Lieblingsformate.

I

Ich wundere mich manchmal selbst darüber, mit welcher Selbstverständlichkeit wir uns heute ins Auto setzen und uns vom Navi leiten lassen, mit all dem Vertrauen in die Technik. Zerknitterte Faltkarten auf dem Beifahrersitz oder dicke Straßenführer gehören der Vergangenheit an. Im Nachhinein wundere ich mich schon, dass ich 30 Jahre ohne einen Unfall, mit der Straßenkarte auf dem Schoss keinen Unfall verursacht habe. Den Einparkrempler lasse ich mal unter den Tisch fallen, der hatte mit der Straßenkarte absolut nichts zu tun 🙂 Eine der größten Herausforderungen damals folgte dann am Ziel, die Straßenkarte wieder ordnungsgemäß zusammenzufalten. Ach ja, die Zeitreise Liste könnte man noch ewig fortsetzen, sicherlich könnt ihr euch noch an Kaugummiautomaten erinnern oder an Videokassetten oder Telegramme. Eine alte Schreibmaschine habe ich noch im Keller und eine Kaffeemühle habe ich mir beim letzten Flohmarkt Besuch gekauft. Früher hatte das Telefon eine Wählscheibe und wer die Telefonnummer nicht wusste, suchte sie im Telefonbuch. Jede Zeit bringt Veränderungen mit sich, durch die Schnelllebigkeit werden wir wohl Zeugen von noch mehr Neuerungen und das bedeutet auch, dass wohl viele Dinge, die für uns heute selbstverständlich sind, verschwinden werden.

Wünsche euch einen schönen Sonntag!